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Sie finden hier gut recherchierte Informationen über die 700jährige deutsche Geschichte der Abtei Grüssau in Schlesien. Die Abtei wurde im Jahr 2000 in die Liste des UNESCO - Weltkulturerbes aufgenommen.

Der Name "Grüssau" stammt von dem Ortsteil Grüssau der Stadt Landeshut in Niederschlesien. Nach der völkermordartigen Vertreibung der historischen schlesischen Bevölkerung und der sukzessiven Polonisierung Schlesiens seit 1945 heißt Grüssau heute nunmehr "Krzeszów".

Seit Ende des 13. Jh. trug das Kloster Grüssau den Namen "Gratia Sanctae Mariae" (Mariä Gnaden bzw. Mariengnade), der im 17. Jh. in den Titel "Domus Gratiae Sanctae Mariae" (Gnadenhaus Mariens) erweitert wurde. Diese Bezeichnung erhielt besondere Bedeutung, als das später hochverehrte Gnadenbild der Gottesmutter nach Grüssau gelangte...

Vor 90 Jahren, kurz nach dem Ersten Weltkrieg, fanden deutschsprachige Benediktinermönche, die Prag verlassen mussten, eine neue Heimat in der infolge der Säkularisation 1810 verlassenen Zisterzienserabtei Grüssau in Niederschlesien.

Bereits 1924 erhob der Benediktinerorden das Kloster zur Abtei. In den folgenden Jahren wurde Grüssau zur "Ausgangsbasis für die liturgische Erneuerung Schlesiens" - in enger Beziehung zu Odo Casel (+1948), der sich in besonderer Weise um die Erneuerung und Vertiefung des Verständnisses der kirchlichen Liturgie unter den Gläubigen verdient gemacht hatte.

1940 beschlagnahmten die Nationalsozialisten die Gebäude der Abtei. Die Mönche wurden auf einen kleinen Bereich zurückgedrängt. Einige wurden als Soldaten eingezogen. 14 von ihnen starben an der Front.

Am 12. Mai 1946 wurden der Konvent zusammen mit den Einwohnern Grüssaus von den polnischen Besatzungsbehörden vertrieben. Erst 1947 fanden die Mönche unter Führung ihres Abtes Albert Schmitt in Bad Wimpfen in Baden-Württemberg eine neue Heimat.

Im selben Jahr wurden im Kloster Grüssau polnische Benediktinerinnen aus Lemberg (Lwiw in der heutigen Ukraine) angesiedelt. 1998 erhob Papst Johannes Paul II. die Marienkirche der beeindruckenden Klosteranlage in den Rang einer "Basilica Minor".

Der letzte Abt der Abtei Grüssau im Exil war bis 1997 Abt Laurentius Hoheisel. Wegen zu geringer Mitgliederzahl wurde der Konvent 2001 bzw. 2004 dem Stift Neuburg (Bendediktiner in Heidelberg) angegliedert.