Abteikirche

Der “Führer durch die Heiligtümer der Abtei Grüssau” von Pater Nikolaus von Lutterotti O.S.B. erschien im Jahre 1930 in neuer Bearbeitung. Die archivalische Forschung hatte neue und gesicherte Ergebnisse gezeitigt.1)Abtei Grüssau : ein Führer / von Nikolaus von Lutterotti, Grüssau i. Schl. : Verl. für Liturgik, 1930

Grundriss der Abteikirche

Die alte Abteikirche

Die Zisterzienser errichteten gleich bei der Gründung des Klosters unter Abt Theodorich eine steinerne Kirche, die am 8. September 1292 geweiht wurde. Entsprechend den Bauvorschriften des Ordens war sie ein schlichter, gotischer Bau in Kreuzform mit geradlinigem Chorabschluss. Über der Vierung erhob sich ein Dachreiter. Das beim Hussiteneinfall verwüstete Gotteshaus wurde von Abt Michael II. wiederhergestellt und am 14. Februar 1454 neuerdings geweiht. Um das Jahr 1510 erneuerte Abt Thomas Koch die Gewölbe. Abt Adam Wolfgang gab der Kirche 1622/28 eine völlig neue Innenausstattung. Am 4. Juni 1633 brannten die Schweden das Kloster nieder, doch blieb die Kirche im Mauerwerk erhalten und wurde in den folgenden Jahren von Abt Valentin Rüling notdürftig ausgebessert. Größeren Schaden richtete ein Brand am 27. Mai 1677 an. Abt Bernhard Rosa nahm nun einen gründlichen Umbau vor, dessen Kern aber immer noch die alte gotische Kirche bildete. Sie wurde mit einem Kranze barocker Kapellen umgeben und erhielt eine prunkvolle Fassade mit Säulen und Statuenschmuck.
Auf die Dauer genügte dieser Bau dem wachsenden Andrang des religiös erneuerten Volkes nicht mehr. Zudem war das Mauerwerk von den Bränden zermürbt und baufällig. Abt Dominikus Geyer hatte alles zu einem Neubau vorbereitet. Sein vorzeitiger Tod im Jahre 1726 verhinderte die Ausführung.

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Quellen   [ + ]

1. Abtei Grüssau : ein Führer / von Nikolaus von Lutterotti, Grüssau i. Schl. : Verl. für Liturgik, 1930