Aktuelles

Johannes-Evangelium

Der Bibelwissenschaftler Karl Jaroš datiert das Johannes-Evangelium auf die Zeit von ca. 60 bis zum Frühsommer 68 n. Chr. - damit widerspricht er dem exegetischen Mainstream. Doch seine Argumentation ist in sich schlüssig und fundiert kontert er verbreiteten Vorurteilen.

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Zisterzienser in Schlesien

Michael Willmann

Anlässlich des Gedenkens an „200 Jahre Säkularisation von 1810“ möchte das Haus Schlesien in Königswinter-Heisterbacherrott bei Bonn den sieben schlesischen Klöster der Zisterzienser eine umfassende, zweisprachige Sonderausstellung widmen (5.09. - 28.11.2010).

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Herrenlos!

Barocker Engel aus Grüssau

Im Herbst 2010 jährt sich zum 200. Mal die Aufhebung der Klöster und Stifte im preußischen Teil Schlesiens. Dieses Ereignis führte im religiösen und kulturellen Leben Schlesiens zu einem großen Umbruch. Das ist Anlass für das Oberschlesische Landesmuseum in Ratingen bei Düsseldorf, dieses Thema erstmals in einer großen Sonderausstellung mit bedeutsamen Leihgaben zu behandeln.

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Aktuelles

Johannes-Evangelium

13.06.2011

Gediegene exegetische Forschungen

Apostelgeschichte 12, 1-5 berichtet die Ermordung des Apostels Jakobus, Bruder des Apostels Johannes, im Jahre 42 durch Herodes Agrippa I. Die beiden Söhne des Zebedäus wurden von Jesus "Boanerges" genannt, das heißt: "Donnersöhne".

Der älteste Beleg, der den Apostel Johannes als Verfasser für das "Evangelium nach Johannes" angibt, stammt vom Hl. Irenäus von Lyon (ca. 135–202): "Schließlich veröffentlichte Johannes, der Jünger des Herrn, der auch an seiner Brust lag, ebenfalls das Evangelium, als er sich in Ephesus in Asien aufhielt." (Irenäus v. Lyon, um 180 n.Chr.)

Die altkirchliche Tradition insgesamt schreibt einmütig dem Apostel Johannes, dem "Lieblingsjünger" (vgl. Joh. 21, 24), das Evangelium zu, das nach den Synoptikern geschrieben wurde. Bei diesem Lieblingsjünger handelt es sich um den Jünger, der sich beim Abendmahl an die Brust Jesu gelehnt und dem Jesus unterm Kreuz seine Mutter anvertraut hatte.

Er ist der Lieblingsjünger und somit auch der Autor des Evangeliums, der sich an Hand vieler Details als Augenzeuge des Lebens Jesu [...] erweist. Die Ortsangaben des Evangeliums sind präzise und korrekt, so die Lokalisierung des Ortes Bethesda mit dem Schafteich in Jerusalem, wo Jesus den Gelähmten heilt [...] oder die Lokalisierung des Prätoriums im Hasmonäerpalast, wo Pilatus Jesus verurteilte...

Jaroš, NT und Autoren, 120.

Der älteste Textfund, der eine Entstehung des Johannes-Evangeliums nach 80 ausschließt, ist die Handschrift "Papyrus John Rylands Univ. Library Gr. P. 457 (P52)" mit Joh. 18, 31-33.37-38. Karl Jaroš legt nun dar, dass für das Verfassen des Evangeliums die Zeit von 60 bis zum Frühsommer 68 infrage kommt. Gemäß Gal 2,9 ist die Anwesenheit Johannes' in der Jerusalemer Urgemeinde um 44/45 bezeugt. Kaiser Titus hatte im Jahre 68 Jerusalem belagert, nachdem es zum 1. jüdischen Aufstand gekommen war. Es liegt nahe, dass die Jünger während dieses Geschehens nach Ephesus übersiedelten. Auch wenn es gut möglich ist auch, dass das Schlusskapitel (21) des Johannesevangeliums erst in Ephesus nach 70 hinzugefügt wurde, muss das Evangelium vor 70 geschrieben worden sein, da die - sowohl Juden als auch Christen erschütternde - Zerstörung Jerusalems darin keinen Niederschlag gefunden hatte.

Quelle:

Karl Jaroš: Das Neue Testament und seine Autoren. Eine Einführung. Böhlau/UTB, 2008, 101-124.

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