Aktuelles

Johannes-Evangelium

Der Bibelwissenschaftler Karl Jaroš datiert das Johannes-Evangelium auf die Zeit von ca. 60 bis zum Frühsommer 68 n. Chr. - damit widerspricht er dem exegetischen Mainstream. Doch seine Argumentation ist in sich schlüssig und fundiert kontert er verbreiteten Vorurteilen.

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Zisterzienser in Schlesien

Michael Willmann

Anlässlich des Gedenkens an „200 Jahre Säkularisation von 1810“ möchte das Haus Schlesien in Königswinter-Heisterbacherrott bei Bonn den sieben schlesischen Klöster der Zisterzienser eine umfassende, zweisprachige Sonderausstellung widmen (5.09. - 28.11.2010).

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Herrenlos!

Barocker Engel aus Grüssau

Im Herbst 2010 jährt sich zum 200. Mal die Aufhebung der Klöster und Stifte im preußischen Teil Schlesiens. Dieses Ereignis führte im religiösen und kulturellen Leben Schlesiens zu einem großen Umbruch. Das ist Anlass für das Oberschlesische Landesmuseum in Ratingen bei Düsseldorf, dieses Thema erstmals in einer großen Sonderausstellung mit bedeutsamen Leihgaben zu behandeln.

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Heilige Hedwig von Andechs-Meran

Die Heilige Hedwig, deren Gedenktag die Kirche am 16. Oktober feiert, wurde 1174 in Andechs am Ammersee in Bayern geboren. Am 15. Oktober 1243 starb sie in ihrer Klostergründung in Trebnitz/Schlesien. Papst Klemens IV. sprach Hedwig bereits 1267 heilig.

Heilige Hedwig (Foto: Methusalem, Wikimedia Commons)

Hedwig widmete sich während ihres ganzen Lebens in Schlesien dem Wohl ihres Volkes und der Vertiefung des christlichen Glaubens in der Bevölkerung. Neben zahlreichen Spitälern und Krankenpflege-Einrichtungen stiftete sie auch das berühmte Zisterzienserinnenkloster in Trebnitz im Norden von Breslau. Es war dies der erste Frauenkonvent in Schlesien. Auch ebnete Hedwig den Weg für die Vertreter zahlreicher Orden.

Im Jahre 1201 wird Hedwig mit 27 Jahren Herzogin von Schlesien. Ein Jahr später endet die polnische Senioratsverfassung und die beiden schlesischen Herzogtümer, das Herzogtum Schlesien und das Herzogtum Oppeln, die 1137 im "Glatzer Pfingstfrieden" polnisch geworden waren, werden selbstständig. 120 Jahre später wird Polen wieder geeint, jedoch ohne Schlesien.

"Das Jahr 1202 brachte mit dem Erlöschen der Senioratsverfassung das vorläufige Ende des polnischen Herrschaftsverbandes mit sich, dem sich innenpolitisch zu viele Kräfte in den Weg gestellt hatten. Damit ist das Abbrechen jener Art von Staatlichkeit bezeichnet, auf die sich heute die europäischen Nationen mit langer Geschichte für das Hochmittelalter zu berufen pflegen."Peter Moraw, Das Mittelalter (bis 1469), in Norbert Conrads (Hrg.), Schlesien, Deutsche Geschichte im Osten Europas, 2. verbesserte Auflage, Berlin 2002, S. 74.

Inzwischen ist in der Bevölkerungsentwicklung ein völliger Wandel eingetreten. Ungeachtet der Zersplitterung haben die Fürsten gleichermaßen Siedler in das Land gerufen und Städte gegründet. So ist die Bevölkerung jetzt großenteils deutsch.

"Das Interesse des Landesherrn und der ihn nachahmenden Kräfte im Land war das auslösende Moment der Ostsiedlung. Es stellten sich Mittelsmänner, Unternehmer oder Lokatoren, zur Verfügung, die an der Werbung für den Herren verdienten. Es handelte sich also um Sog aus dem Osten, nicht um Druck aus dem Westen (...). Landesherren und Grundherren warben mit dem, wovon sie genügend besaßen: mit unbewohntem Land und mit Privilegien."Moraw, aaO., S. 96.

Die schlesischen Fürsten, die zwischen der Herrschaft von Polen, Ungarn und Böhmen zu wählen haben, nehmen zu Beginn des 14. Jahrhunderts nacheinander die Lehnshoheit von Böhmen an, wo die deutschen Luxemburger den Thron innehaben und wo unter den tschechischen Herrschern ebenfalls eine Siedlungspolitik stattgefunden hat. Im Jahre 1335 verzichtet der polnische König Kasimir III. (der Große) im Vertrag von Trentschin „auf ewige Zeiten“ auf die schlesischen Herzogtümer zu Gunsten des Königs von Böhmen, während dieser auf seine Ansprüche auf den polnischen Thron verzichtete.

Die heilige Hedwig ist Namensgeberin und Schutzpatronin der St. Hedwig-Kathedrale und des St. Hedwig-Krankenhauses in Berlin. Sie gilt auch als Schutzpatronin der Stadt Görlitz. Im römischen Generalkalender ist ihr Gedenktag der 16. Oktober. Ihr Name bedeutet: Die Streitbare, die Kämpferin.

Quellen:

Geschichte Schlesiens

St. Hedwigs-Krankenhaus Berlin

Stiftung Kulturwerk Schlesien

Bildquelle: Heilige Hedwig, Methusalem, Wikimedia Commons)